Der Verständigungsschlüssel zum Hund für Züchter, Trainer und Hundehalter

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THEMA: Mensch, Hund und Umwelt

Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 4 Wochen her #376441

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Eine schwierige Sache…

Gestern habe ich auf Facebook einen Post gelesen, der mich berührt hat und der mir aus mehreren Gründen nachläuft.
Ein Jäger aus unserem Kreis hat dort ein Foto gepostet von einem Reh, das offenbar von einem Hund am Hals gepackt und getötet wurde. Als der Jäger es entdeckte, war es tot aber noch warm und es war hochträchtig. Der Jäger hat sich verständlicher Weise und absolut mit Recht Luft gemacht in diesem Post über die Unverantwortlichkeit des Hundehalters und der Tatsache, dass dieser es nicht für nötig befunden hatte, jemanden aus der Jägerschaft zu informieren. Und dass dies immer mal wieder vorkommt und er einfach auf diejenigen sauer ist die nicht imstande sind, sich im Einklang mit der Natur zu bewegen und ihre Hunde gerade in der Brut- und Setzzeit unter Kontrolle zu halten.
Alles absolut mit Recht, wie ich finde.
Und trotzdem…. es nagt an mir.
Deshalb, weil hier und auch in vielen anderen Situationen immer wieder unsereins unter dem Verhalten anderer leiden muss. Ich bin auch sauer auf diese unverantwortlichen Hundehalter, die damit so viel kaputt machen.
Aber mich nervt auch, wie diese Kappe der allgemeinen Verurteilung über uns ALLE gestülpt wird, egal wie man sich bewegt, verhält oder benimmt. Und das begegnet uns oft und in allen Lebenslagen, vor allem eben wenn man mit Hund unterwegs ist. Und das unabhängig davon, wie vorbildlich man oder die Hunde sich gerade benehmen, wie alt man ist (ich dachte immer, das passiert einem nur als Teenie), wo man unterwegs ist usw. Und das nervt.

Nur ein paar Beispiele:
Von unseren beiden Hunden macht zumindest einer keinerlei Anstalten, irgend etwas jemals zu jagen. Der andere Hund ist einfach dauerhaft gesichert, damit er eben nicht jagen gehen kann.
Und trotzdem, wie oft werden wir schief angeguckt oder angeknurrt mit diesem „Halten sie die JAAAA gut unter Kontrolle!“. (Ich bin dabei, aber meistens komme ich nicht mehr zu einer Erwiderung, weil Antworten irgendwie unerwünscht sind.).
Einmal liefen wir auf einem Feldweg, der Teil eines Wanderwegenetzes durch unsere Gemeinde ist (rechts und links gefühlt alle 5 Meter die Schilder, dass dies landwirtschaftliche Nutzfläche ist) und ein Bauer kam im PKW angebraust um mich anzupflaumen, wir hätten da nix zu suchen. Wie bitte? Das war ein offizieller Wanderweg. Der offensichtlich durch sein Land führt, aber ausgeschildert ist ausgeschildert und auf den Wegen darf man sich ja wohl frei bewegen.
Ein anderes mal fuhr uns ein Jäger hinterher, der aber ausnahmsweise sehr freundlich darum bat, gut aufzupassen weil gerade die Kitze da wären. Das war aber wirkliche eine groooße Ausnahme, dieser nette Ton.

Die Sache mit den Hinterlassenschaften: Ich bin jemand, der die Hinterlassenschaften seiner Hunde wegräumt. Ich habe immer und in jeder Tasche Hundekotbeutel dabei und benutze sie auch (am besten die Bio-Beutel, damit nicht noch zusätzlich die Umwelt belastet wird). Ich weiß ja, dass nicht jeder so ist und ich verstehe auch diejenigen, die sich über Haufen in ihren Vorgärten aufregen. und trotzdem… Neulich morgens waren wir unterwegs, ich war sehr glücklich, weil einer der Hunde gerade eine lebensbedrohliche OP überstanden hatte und die ersten wackeligen Mini-Touren mit uns laufen konnte, das Wetter war herrlich, ein ruhiger Morgen. Wir laufen also langsam und noch wackelig auf dem Grünstreifen unserer Dorfstraße entlang, eine Anwohnerin kommt angefahren und steigt aus ihrem Auto, ich grüße sie freundlich und fröhlich und was sagt sie?: "Hoffentlich räumen Sie auch die Kacke ihrer Hunde weg!!“ und verschwindet im Haus. Da ist sie wieder, diese Generalverurteilung und bin ich baff. Jemand, der Hunde sieht und sofort an Kacke denkt?! Der kein „Guten Morgen“ übrig hat, der weder mich noch meine Hunde kennt und mich schonmal prophylaktisch anpampt, obwohl weit und breit keiner der Hunde Anstalten macht, einen Haufen zu produzieren. Na danke, Ihnen auch einen schönen Tag noch.

Die Sache mit den Bauern: Ein Bauer bei uns hat Schilder neben seinen Wiesen aufgehangen. Dort steht „Das ist keine Hundekackwiese. Schonmal daran gedacht, dass die Kacke in 2-3 Jahren auf ihrem Teller landet?“
Die Wiese ist mit Stacheldraht umzäunt, im Sommer stehen Kühe darauf, wenn sie nicht gerade mit Gülle zugeschüttet ist. Was sehr oft der Fall ist, ich würde sagen, am Rande dessen, was erlaubt ist. Aber das nur am Rande.
Ich verstehe sein Schild nicht. Zum einen lasse ich meine Hunde nie auf eingezäunte Wiesen (ich mag übrigens auch nicht, wenn Tiere mit Stacheldraht eingezäunt sind aber das ist eine andere Geschichte). Zum anderen bin ich Vegetarier. Und ich esse kein Gras. Was genau soll mir also dieses Schild sagen?... Und trotzdem, ich kann irgendwie nicht guten Gewissens an diesen Wiesen vorbei und ohne mich umzudrehen und zu prüfen, ob nicht hinter mir oder an der nächsten Ecke jemand steht und mir eins überbrät, weil ich mit meinen Hunden auf einem Fußweg laufe, der versehentlich und blöder Weise neben seiner Wiese liegt.
Wo wir gerade dabei sind: Es wäre auch nett, wenn besagte Bauern am Ende der Saison ihre Litzen wieder einsammeln und sichern würden. Damit sich keine Wildtiere darin verfangen, wie vor einiger Zeit ein junger Rehbock mit seinem Geweih in unserer Nachbarschaft.

Die Sache mit anderen Menschen und Hunden: Ein weiteres unsere Anliegen ist, niemanden unterwegs zu belästigen. Wir lassen anderen Menschen in Ruhe und auch andere Hunde. Wir treffen nicht Hinz und Kunz unterwegs sondern machen ruhige Ausflüge und genießen die Natur. Aber auch das passt ja einigen Mitmenschen nicht. Nämlich denjenigen, die draußen sind damit ihre Hunde so richtig schön toben und spielen können. Die mit absolutem Unverständnis darauf reagieren, dass meine Hunde das nicht „dürfen“. Die genauso wenig sehen möchten, wir unser Fräulein Rottenmeier dem distanzlosen, infantilen oder wahlweise richtig frechen Auftreten des ein oder anderen Hundes einfach einen Riegel vorschiebt, weil sich das aus hündischer Sicht einfach nicht gehört. Wobei ich sagen muss, dass das die Diskussionen sind, auf die ich mich nicht mehr einlasse. Weil es sinnlos ist. Jeder sucht seinesgleichen, es gibt genug dieser HH, die können sich ja gerne treffen und munter miteinander spielen. Da sind wir raus, haben dadurch natürlich auch einige „Freunde“ weniger ;)

Diese Liste könnte endlos so weiter gehen.
Besagter Jäger aus dem Post oben bat darum, sich im EINKLANG mit der Natur zu bewegen. Ich bemühe mich und ich bin mir sicher, alle aus diesem Forum hier auch.
Wie gesagt, ich verstehe die Aufregung über gehetztes Wild oder liegen gelassene Hundehaufen absolut. Ich rege mich auch über verantwortungslose und gedankenlose Hundehalter auf.
Aber ich finde dass alle genauer hinsehen und nicht generell andere verurteilen sollten.
Es ist wie immer im Leben, ein bisschen gegenseitiges Verständnis, Rücksichtnahme und Akzeptanz wäre schön.
Liebe Grüße,
Melanie mit NLH und N3



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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 4 Wochen her #376444

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Sehe ich absolut genauso...
Was mir nur zu dem Bauern einfällt...
Unser Freund und Nachbar ist auch Bauer. Ihm gehört die Wiese hinter unserem Haus und dort dürfen nach Absprache im Winter etc pp solang eben seine Kühe dort nicht laufen unsere Hunde ruhig drauf. Nicht zum Geschäft erledigen, ich sammle auch alles konsequent ein, sondern um auch mal zu rennen, arbeiten etc pp.
Jedenfalls hat er uns erklärt, dass die Hundehaufen für die trächtigen Kühe gefährlich sind. Da verlieren sie wohl ihre Kälber durch...wenn die Kühe das Gras fressen wo ein Haufen liegt/lag...
Liebe Grüße
von Eva


V3 Chinook
Golden Retriever *2014 weibl./intakt
MBH Kaya Großer Schweizer Sennenhund *2013 weibl./intakt
Zusammenledend seit 14.02.2015

Im Herzen immer dabei:
V2 Enno Border Collie *2010 (lebt als Einzelhund außerhalb von RS)
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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 4 Wochen her #376448

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Sabine
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Das Ziel ist im Weg
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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 4 Wochen her #376449

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tja, die leidigen Dauerthemen....ich bin da voll bei dir Melanie.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen:
Das in den Wald/ in die Bäume/ Sträucher werfen nicht verrottender Kackebeutel!
Das will mir auch absolut nicht in den Kopf.
Abgesehen davon, dass man im Wald den Haufen meiner Meinung nach nicht weg räumen muss (solange er nicht mitten auf dem Weg liegt, da kicke ich den aber an den Rand)

kann es wohl nicht sein, den gefüllten Beutel dann in die Natur zu pfeffern.

Leider sind diese Themen aber immer mehr Ausdruck der Respektlosigkeit, nicht nur ggü der Natur sondern auch untereinander.

Diese Situation mit dem auf eine Wiese machen hatte ich auch, wobei meine Damen sich im Wald schon längst gelöst hatten und wir uns auf den Rückweg machten.
Ich habe dem aggressiven Herrn verbal sein Verhalten gespiegelt, klein mit Hut ist er von dannen gezogen.....unglaublich.
"Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede."
Louis Armstrong

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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 4 Wochen her #376451

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Ich sammle unterwegs jede Hinterlassenschaft meiner Hunde auf. Die landet dann in einer Gürteltasche. Und oft auch nicht nur die meiner Hunde… Meine 85-jährige Nachbarin ist blind und traut sich kaum mehr aus dem Haus. Um so mehr freut sie sich auf ein Pläuschchen zwischendurch und auf die Berührung von warmen Hundefell.
Nun gibt es einen Zeitgenossen, dessen Hund ab und zu mal genau vor dem Grundstück unserer Nachbarin an den Zaun kackt und der die Hinterlassenschaft liegen lässt – ich mache das ohne Kommentar weg, sobald ich das bemerke. Die alte, blinde Dame muss wirklich keine Bekanntschaft mit solchen Dingen machen.

Und gelegentlich landet auch unterwegs ein Tütchen mit fremden Haufen in meiner Gürteltasche. Nicht immer – aber wenn ich meine gute Tat des Tages noch zu erledigen habe, jemand beeinträchtigt würde, oder die bevorstehende Ernte verdreckt würde.

Es gibt halt viele Hunde rundum und so wird ein normaler Körpervorgang zum großen Problem.
Grüße von
Uli


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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 2 Wochen her #376570

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Sicher könnte man dem Bauern mal sagen, wenn er in seinem Düngen seine Chemiesachen wegläßt und biologisch düngt, würde ich den Kot meines Hundes/meiner Hunde aufsammeln, am besten in biologisch abbaubaren Hundetüten, die es inzwischen gibt.

Ein langes Thema, wo jeder aber bei sich anfangen könnte, damit sich der Kreislauf für alle harmonisch schließen würde.
Herzlichen Gruß
Jasmin

NLH - Loui, * 2010, 65 cm, 30 kg.

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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 2 Wochen her #376575

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Nur mal kurz nebenbei. Die Felder gehören dem Bauern/ Landwirt oder er hat sie gepachtet.
Somit kann er sehr wohl verlangen, dass man weder als Mensch noch dessen Hund über die Felder läuft oder sie zu kotet.

Und hier bei uns sieht man große Tüten auf Stöcken auf den Feldern um die Rehe zum Abwandern zu veranlassen. Auch geht der Bauer mit Familie, die Jäger oder sonst wer die Felder ab. Natürlich nicht jeder, aber so selten ist das auch nicht.

Und im Radio gab es ein Bericht, dass Schüler die Wiesen mit Drohnen abfliegen um die Kitze zu entdecken.

Und die Bauern, die ich kenne, stecken es nicht einfach so weg, wenn sie getötete Kitze aus den Mähwerken ziehen müssen.


Sind nicht die, die uns auf die Palme bringen, immer nur der kleinere Teil des Ganzen? Und wird der größete Teil somit nicht zu unrecht beschuldigt.
Sabine
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Mensch, Hund und Umwelt 2 Monate 2 Wochen her #376576

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Wie gesagt, da müßte jeder bei sich anfangen bzw. eigenverantwortlich handeln. Anderen ihr Verhalten zu verbieten, scheint mir recht schwer außer als Elternteil und Gesetzgeber etc., ein weites Feld ... .

War in meinem Text nicht ausgedrückt, daß für NLH Loui landwirtschaftlich bebaute Felder Tabu sind und ich bin ihm sehr dankbar, daß ich ihn nicht daran erinnern muß. Falls er auf dem Weg dort mal kotet, sammle ich es ein wie sonstwo auch.
Herzlichen Gruß
Jasmin

NLH - Loui, * 2010, 65 cm, 30 kg.

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